Über „Aucassin Et Nicolette” von GAE BOLG

Besprochenvon Ronald Klein

Bei “Aucassin et Nicolette, Chantefable” aus dem Jahr 1225 handelt es sich um das erste Prosimetron (Mischung aus Prosa- und Versen) der französischen Literatur. Der namentlich nicht bekannte, pikardisch schreibende Autor erzählt in 21 Vers- und 20 Prosapassagen mit feiner Ironie die Geschichte des Grafensohnes Aucassin und der schönen Sklavin Nicolette, die sich gegen den Willen des Grafen lieben und erst nach allerlei Schwierigkeiten und Abenteuern endlich heiraten dürfen.
Das Werk enthält Anlehnungen an den hellenistischen Liebes- und Schicksalsroman à la Heliodor, die Chanson de Geste, die höfische Lyrik, den höfischen Roman und den damals neuen Prosa-Ritterroman.

Kaum verwunderlich, dass dieses Album des französischen Musikers Eric Roger (Mitglied bei Sol Invictus) alles andere als Pop-Musik darstellen kann. Sehr stark mittelalterlich beeinflusst und authentisch arrangiert, erzählen die 15 Perlen von Schlachtgetümmel, sagenhaften Abenteuern und der phantastischen Liebesgeschichte. Wer sich auf Musik einlässt, die nichts mit den Mittelalter-Crossover-Bands gemein hat, erlebt eine aufregende Reise, die nach 48 Minuten mit dem Drücken der Repeat-Taste auf dem CD-Player zum ersten Mal endet, um dann sofort erneut zu beginnen.